HylaFax-Server mit Suse 9.1 und einer AVM Fritz!Card PCI

HylaFax-Server mit Suse 9.1 und einer AVM Fritz!Card PCI

Beitragvon QuoVadis am Mo Jan 15 2007 18:07

Da qvPDF auch den Faxversand mit Hylafax beherrscht, gibt's hier nun auch mal eine kleine Anleitung zur Installation eines Hylafax-Servers unter Linux.

Die hier vorgestellte Lösung hat ein "aufgemotztes" faxrcvd-Script, welches die empfangenen Faxe als eMail mit Seiten-Vorschau (als HTML-Body) und PDF-Anhang an einen SMTP-Server (z.B. Exchange, Tobit, etc.) versendet. Im HTML-Body werden zusätzlich noch Links auf die serverseitig gespeicherten TIFFs und Kommunikations-Logdateien eingebettet, die der Server über einen FTP-Zugang bereitstellt.

Diese Anleitung basiert auf der Suse Linux v9.1 Distribution. Mittlerweile gibt es zwar neuere Distributionen, aber zum damaligen Zeitpunkt (als wir unseren faxserver in Betrieb genommen haben) war's halt aktuell. Anpassungen auf neuere Suse-Versionen sollten eigentlich auch kein Problem sein. Die Wahl ist damals auf eine Suse-Distribution gefallen, da es dort die wenigsten Probleme mit der AVM Fritz!Card gab.

Wer auf "Nummer sicher" gehen will, der kann parallel zum HylaFax-Server auch noch ein Faxgerät schalten, falls der Server aus unerfindlichen Gründen mal ausfallen sollte. Das Faxgerät sollte die Faxe jedoch etwas später annehmen als der Server. Idealerweise sollte man für diese Zwecke ein Thermofax verwenden, da bei einem Tintenfax mit hoher Wahrscheinlichkeit die Tinten austrocknen werden.

Vor- und Nachteile:
Vorteile:
- Geringe Kosten (Hardware & Software)
- Außerordentlich stabil dank Linux und Hylafax
- Direkte Anbindung an ein SMTP-Gateway (Exchange, Tobit)
- Gute Voraussetzungen um Faxe schnell zu bearbeiten und archivieren (PNG-Vorschau im Mail-Client, PDF als Attachment)
- Eingehende Faxe können anhand der MSN an unterschiedliche Benutzer verteilt werden
- Faxe werden auch nachhaltig auf dem Linux-Server gespeichert
- Zentraler Faxversand über kostenlosen Windows-Client (WHFC)

Nachteile:
- Noch ein Server, der irgendwo rumsteht und Tag & Nacht läuft

Los geht's...

Hardware-Voraussetzungen:
Als Rechner kann man ruhig ein ausrangiertes Desktop-Modell nehmen. Eine CPU mit 1GHz und 512MB Speicher sollten es aber schon sein. Anfängliche Tests mit einem älteren Rechner der 500MHz-Klasse haben gezeigt, daß das "Postprocessing" der Faxe doch etwas auf die CPU geht und damit den Empfangsprozess u.U. doch etwas in die Enge treibt. Als Festplatte sollte irgendwas in der Gegend von 40GB ausreichend sein. Dank einer schlanken Minimalinstallation des Linux-Systems ist dann noch Platz, um ein paar Jahre Faxempfang zwischenzupuffern.

ISDN-seitig haben wir gute Erfahrungen mit einer simplen Fritz!Card PCI gemacht. Die gibt's bei eBay für ein paar Euronen und tut ihren Dienst recht zuverlässig.

Software-Voraussetzungen:
- Eine Suse v9.1 Distribution (in unserem Fall)
- Das HylaFax-Paket
- Ein Windows-Rechner mit Putty und WinSCP (wer's braucht...)
- WHFC (zum Faxen für die Clients)

Installation:
1) Die Basis für unseren HylaFax-Server ist eine Minimal-Installation ohne grafische Benutzeroberfläche.

2) Nach der Minimalinstallation müssen mit YAST folgende Pakete zusätzlich installiert werden:
- capi4linux
- capi4hylafax
- Hylafax (der eigentliche Faxserver)
- metamail (zur Base64-Kodierung der Attachments)
- ImageMagick (zum Erstellen der PNG-Grafiken für die Vorschau)
- vsftpd (der FTP-Server zum nachträglichen D/L der TIFF-Grafiken)
- inetd
- mc (Midnight Commander, wenn schon kein KDE, dann wenigstens das)

3) ISDN-Karte konfigurieren (YAST)

4) Netzwerkkarte konfigurieren (YAST)
Hier sollte man einen Rechnernamen vergeben und IP-Adresse festlegen, falls kein DHCP-Server im Netz vorhanden ist. Wenn die Netzwerkkarte korrekt installiert ist, sollte man problemlos mit Putty und WinSCP auf den Server zugreifen können (um dort mit WinSCP die Dateien des HylaFax-Paketes abzulegen).

Der Rechnername ist in unserem Beispiel "CoffeeFax"

5) faxsetup starten
--> Country Code: 49 (für Deutschland)
--> Area Code: Vorwahl ohne führende Null
--> LongDistancePrefix: 0
--> International Prefix: 00
Alle weiteren Fragen kann man einfach mit Enter bestätigen

6) faxaddmodem.capi starten
Hier muß man ein- und ausgehende MSNs eintragen

7) Faxempfänger anlegen:
Dazu die Datei /var/spool/fax/etc/users editieren und dort die MSNs und zugegörigen eMail-Adressen eintragen.

8) Die faxrcvd aus dem HylaFax-Paket nach /var/spool/fax/bin/ kopieren
Nach dem Kopieren muß die Datei noch als "ausführbar" markiert
chmod 755 faxrcvd


und noch die entsprechenden Anpassungen gemacht werden (die angegebene IP-Adresse ist die des HylaFax-Servers):
FAXSERVERPREFIX=Coffee
FAXSERVERFROM=CoffeeFax_Server
FAXSERVERIP=192.168.2.XXX


9) In YAST muß nun unter System->Runlevel-Editor noch der hylafax-Dienst aktiviert werden.

10) Das versenden der eMails erledigt Postfix (ist in der Minimalinstallation enthalten). In der Datei /etc/postfix/main.cf müssen folgende Änderungen gemacht werden:
--myhostname = meinedomain.de
mydestination =
relayhost = 192.168.2.XXX
maximal_queue_lifetime = 30d


- meinedomain.de OHNE www angeben
- relayhost ist das SMTP-Gateway

11) In der Datei /etc/inittab noch die (meistens letzte) Zeile ändern (kann u.U. auch ohne die Änderung funktionieren, aber manchmal geht's auch nur, wenn die Zeile drin ist)
fr:2345:respawn:/usr/bin/c2faxrecv -q "/var/spool/fax"


12) Die empfangenen TIFF-Dateien werden mit convert aus dem ImageMagick-Paket in PNG-Dateien konvertiert, welche dann in die eMail als Vorschau eingebettet werden. Der Konvertierungsprozess nimmt erhebliche CPU-Resourcen in Anspruch und kann u.U. den Empfangsprozess stören, weswegen wir die CPU-Last von convert etwas drosseln.

Aus dem Hylafax-Paket die Datei cpulimit nach /bin/ kopieren und Rechte auf ausführbar setzen:
chmod 755 cpulimit


Um die CPU-Last von convert auf 25% zu halten, in der /etc/init.d/boot.local den Eintrag
cpulimit -e convert -l 25 &

hinzufügen.

13) Nach einem Neustart (shutdown -r 0) sollte der Server dann funktionieren.
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Re: HylaFax-Server mit Suse 9.1 und einer AVM Fritz!Card PCI

Beitragvon rabe am Mo Sep 17 2007 14:35

wo bekomme ich das "aufgemotzte" faxrcvd-Script her?
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Beitragvon QuoVadis am Mo Sep 17 2007 17:27

Stimmt, die hatte gefehlt...;-)

Findest Du unter
http://www.nbsi.de/qvpdf/faxserver.rar
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Beitragvon rabe am Do Sep 20 2007 7:07

thx
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Re: HylaFax-Server mit Suse 9.1 und einer AVM Fritz!Card PCI

Beitragvon ArtieM am So Dez 20 2009 10:26

Danke fur die Information. Jetzt weiss ich ein bischen mehr uber die Faxversand. Trotzdem benutze ich eine Fax Online Internetseite. Fur mich so ist es leichter.
ArtieM
 
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